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Mittwoch, 25. Mai 2016

Zwölf oder einhundertzwanzig?

Immer wieder hört und liest man, dass an Pfingsten der Heilige Geist auf 120 Jünger ausgegossen worden sei - doch berichtet die Bibel das tatsächlich?

Nein!

Der Geist wurde zunächst nur auf die 12 Apostel ausgegossen, und das belegt die Schrift sehr eindrücklich.

  Als Erstes haben wir die Ankündigung der Ausgießung des Geistes durch Jesus.
Jesus sagt beim letzten Abendmahl zu seinen 12 Aposteln:

Und ich will den Vater bitten, und er wird EUCH einen andern Beistand geben, daß er bei EUCH bleibe in Ewigkeit,
den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und kennt ihn nicht; IHR aber kennet ihn, denn er bleibt bei EUCH und wird in EUCH sein.
Ich lasse EUCH nicht als Waisen zurück, ich komme zu EUCH.
 Joh 14:16-18 

Wem galt also diese Verheißung?
Den 12 Aposteln!

Das gleiche berichtet auch Lukas zu Beginn der Apostelgeschichte:

Den ersten Bericht habe ich abgelegt, lieber Theophilus, über alles, was Jesus zu tun und zu lehren begonnen hat,  bis zu dem Tage, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er DEN APOSTELN, welche er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben;  welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeigte, durch viele sichere Kennzeichen, indem er während vierzig Tagen IHNEN erschien und über das Reich Gottes redete.
Und als er mit IHNEN zusammen war, gebot er IHNEN, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die VERHEISSUNG des Vaters abzuwarten, welche ihr, so sprach er , von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, IHR ABER SOLLT MIT HEILIGEM GEIST GETAUFT WERDEN, nicht lange nach diesen Tagen. 
 Apg 1:1-5
 
Wer sollte in Jerusalem bleiben und auf den verheissenen Heiligen Geist warten?
Die 12 Apostel!
 
Doch war denn nicht davon die Rede, dass 120 Jünger beisammen waren, und dass der Geist auf ALLE kam?

Nein, von 120 Jüngern war nur bei der Wahl des 12. Apostels die Rede - die Ausgießung des Geistes war aber erst, "als der Tag des Pfingsten gekommen war".
 
Wenn wir die Kapiteleinteilung mal weglassen (die ja im Urtext gar nicht existiert und erst später eingefügt wurde), dann wird sehr schnell klar, wer da an Pfingsten beisammen war:
 
  Und sie gaben ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den ELF APOSTELN hinzugewählt.
Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren SIE alle einmütig beisammen. 
Apg 1:26 / Apg 2:1
Von wem ist hier die Rede?
Von den Elf Apostel mit dem anstelle von Judas neu hinzu gewählten Apostel Matthias!
Also von den 12 Aposteln!
 
Das alles wird auch wenige Verse später nach der Ausgießung des Geistes bestätigt, denn dort heißt es:
 
  Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 
Apg 2:7   
 
ALLE, die da vom Geist erfüllt in Sprachen redeten, waren Galliläer!
 
Das traf zwar auf die 12 Apostel zu, aber mit Sicherheit nicht auf alle 120 Jünger, die damals in Jerusalem waren, denn man fand unter ihnen nur zwei, die den Anforderungen zur Nachwahl entsprachen und die "von Anfang an dabei waren". (Apg 1:21-23)
 
Auch nachdem diese 12 Männer aus Galliläa in Sprachen geredet hatten, ist weiterhin nur von den 12 Aposteln die Rede, als es dann an die Verkündigung des Evangeliums geht:
 
Da trat PETRUS MIT DEN ELFEN auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen: Ihr jüdischen Männer und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund, und horchet auf meine Worte! 
 Apg 2:14 
 
Wir sehen also, dass sowohl die Verheißung an die 12 Apostel erging, als auch der Bericht über das Pfingstgeschehen selber immer nur von den 12 Aposteln spricht.
 
Man könnte nun sagen, ja und, warum ist denn das so wichtig?
Schließlich blieben sie ja nicht die Einzigen und bis heute geht dieses machtvolle Geschehen der Erfüllung mit dem Geist Gottes ja weiter.
 
Nun, erstens geht es grundsätzlich darum, das wir die Schrift GENAU lesen und nichts hinein interpretieren, was dort gar nicht geschrieben steht (denn das kann zu großen Irrtümern führen und wir können betrügerischen Geistern erliegen), und zweitens haben die Apostel in vieler Hinsicht eine besondere Stellung - die Gemeinde ist auf der Grundlage der zwölf Apostel aufgebaut, sie sind die Grundsteine des neuen Jerusalem (der Gemeinde), auf denen der ganze Bau steht!
 
Wir sollten die Bedeutung dieser 12 Männer für die Gemeinde also niemals unterschätzen sondern angemessen würdigen! 

Sie wurden von Jesus selber auserwählt und da sie dann durch den Geist in alle Wahrheit geführt wurden, haben wir auch heute noch in ihrer Lehre einen zuverlässigen Maßstab, an der wir jede Lehre messen müssen, um nicht den Irrtümern unserer Zeit zu erliegen.
 
Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 
Apg 2:42  

  Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
 Off 21:14 


***



Samstag, 21. Mai 2016

Ermahnen oder ermuntern?


Wir werden alle gerne ermuntert und niemand wird gerne ermahnt, aber in Wirklichkeit ist es beides genau das Gleiche! 

Es ist im griechischen sogar das selbe Wort "parakaleō"
Es bedeutet u.a. "einladen, herbeirufen, flehen, ermahnen, ermuntern, trösten, beistehen, wünschen, beten und bitten".
Wer sich mit griechisch etwas auskennt weiß auch sofort, dass "parakaleō" von "paraklētos" stammt und das ist eine Bezeichnung für den Heiligen Geist und der ist bekanntlich der Geist der Wahrheit.

Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen; 
 Joh 15:26

Es kommt also immer einzig und allein darauf an, ob eine Ermahnung im Geist geschieht und ob es die Wahrheit ist. Wie wir uns dabei fühlen spielt eigentlich überhaupt keine Rolle und es ist nur wieder unser totes Fleisch, dass sich da wichtig machen will!

Wenn man z.B. ermahnt wird, etwas Falsches zu lassen, dann ist es ja auch gleichzeitig eine Ermunterung, das Richtige zu tun - es kommt eben immer auf die Perspektive an und ob wir tatsächlich geistlich gesinnt sind.

Ich ermahne / ermuntere euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringet als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!
Röm 12:1


***


Einen ähnlichen Beitrag zu diesem Thema habe ich vor Jahren schonmal HIER gepostet.

Samstag, 18. Oktober 2014

Ehe und Sex

Dieses Thema ist immer aktuell, natürlich auch für Nachfolger Jesu.
Die Welt hat bereits fast alle moralischen Schranken abgebaut und ist dabei, die Überreste von Ehe und sexueller Moral zu entfernen, doch wie muss das Thema geistlich beurteilt werden?

Im Hebräerbrief finden wir das ganze Thema in einem Satz zusammengefasst:

Die Ehe ist von allen in Ehren zu halten und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten!
Heb 13:4 

Es gibt also die Ehe und das Ehebett (diese beiden sollen in Ehren gehalten und unbefleckt bleiben!) und es gibt die Hurer und die Ehebrecher (diese wird Gott richten!).

Das ist doch deutlich und leicht verständlich, oder?!

Ein Hurer ist jemand, der nicht heiratet und trotzdem Sex hat (die Ehe nicht in Ehren hält) und ein Ehebrecher ist jemand, der zwar heiratet, aber die Ehe wieder bricht, indem er außerehelichen Sex hat.
 
Damit ist das ganze Thema Sex bzw. Sex und Ehe bereits abgedeckt. Geistlich gesehen, gibt es NICHTS außerhalb dieser drei Möglichkeiten!   

Aber Sex "VOR der Ehe" hört sich natürlich viel besser an als Hurerei.

Doch was ist nun eigentlich die Ehe? Geht es dabei um den Trauschein, sozusagen "die Lizenz" für legalen Sex?

Nein, es geht um einen BUND! 
Und dieser Bund betrifft das ganze Leben derjenigen, die diesen Bund eingehen. Daher vergleicht Paulus in seinen Ausführungen über die Ehe diese auch direkt mit dem Bund von Christus und der Gemeinde (Eph.5:22)

Wenn Jesus also zu der Frau am Brunnen sagt:

Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Joh 4:18  

...dann zeigt das ganz deutlich, dass Sex, oder eine wie auch immer geartete "Lebenspartnerschaft", absolut NICHT gleichzusetzen ist mit der Ehe! ´

50 Jahre nach der sogenannten "sexuellen Revolution" (auch sexuelle "Befreiung" genannt) ist das ziemlich aktuell. Die Welt sieht das mitlerweile alles "nicht so eng", aber leider vertreten auch viele Christen heute gerne "liberale" Standpunkte um nicht als "Moralapostel" oder "Spaßverderber" dazustehen. Auch bei den Hirten und Lehrern ist das Thema Sünde und die Notwendigkeit der Abkehr davon (Buße) eher unbeliebt, man predigt lieber über die Liebe und ähnlich erbauliche Themen - schließlich will man niemanden beunruhigen...
 
Doch wer meint im Ernst, nur weil die Zeiten sich geändert haben, hätte sich an dem Thema Ehe und Sex aus geistlicher Sicht irgend etwas geändert?
Das ist völlig absurd!

Es wird nun gelegentlich argumentiert, dass man zuviel Gewicht auf die sexuellen Sünden lege, während man anderes außer Acht lasse. So werden z.B. in den Auflagen an die Heidenchristen neben der Hurerei auch die Götzenopfer, Blut und Ersticktes erwähnt. Doch sehr selten wird das in den Gemeinden thematisiert, und wenn, dann meißtens durch ein Verbot von Blutwurst oder ähnlichem Unsinn.

Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahret, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!"
Apg 15:28.29
 
Zunächst sollte man folgendes beachten:
 Ersticktes und Blut sind keine "Nahrungsgebote", sondern hier geht es insgesamt um die Götzenopfer. In heidnischen Ritualen wurde das Blut von Tieren getrunken und ähnliches mehr.  Als Heide, der sich grade von solchen Dingen zu Christus bekehrt hat, sollte man sich  natürlich davon grundsätzlich besser fernhalten. Da man jahrelang mit diesen Götzeopfern umgegangen war bestand die Gefahr, wieder von diesen Dingen vereinnahmt und überwältigt zu werden.

Es geht hier also um einen Schutz vor dem Rückfall in heidnische Bräuche!

Wie der Umgang mit Götzenopfern und Götzenopferfleich im allgemeinen zu handhaben ist, wird ja später in einem Lehrbrief noch genauer erklärt (1.Kor.8), und da kann von einem Verbot überhaupt keine Rede sein.

Jesus erklärte z.B., dass Nahrung niemanden verunreinigt (Mat.15:11,17), Petrus wurde von Paulus öffentlich gerügt, weil er wegen der Nahrung nach den jüdischen Regeln gegen die "Wahrheit des Evangeliums" verstieß (Gal.2:14) und das generelle Verbot von bestimmten Nahrungsmitteln wird im Neuen Bund sogar als dämonische Lehre entlarvt! (1.Tim.4:1)

Es ist also ausgeschlossen, dass es sich hierbei um ein generelles Nahrungs-Verbot (z.B. Blutwurst) speziell für Heiden handeln könnte.

(Hier ist ein älterer Blogbeitrag zum Thema Blutwurst)

Sexuelle Sünden haben allerdings einen ganz anderen Stellenwert als zum Beispiel die Frage nach der Reinheit von Nahrung. Und das war keinesfalls nur im Alten Bund so, wo die Ehebrecher und Homosexuellen getötet werden sollten, wer sich aber mit Nahrung verunreinigt hatte galt eine gewisse Zeit als unrein und musste eine Reinigung vollziehen, ein Opfer bringen o.ä. 

Für sexuelle Sünden gab es KEIN OPFER, es war eine Tod-Sünde!

OH, ich höre schon den Aufschrei:

"ABER WIR LEBEN DOCH IM NEUEN BUND UND JESUS IST FÜR ALLE SÜNDEN GESTORBEN!!"

Ja, richtig!
Doch was bedeutet das? Ist Sünde deswegen legal geworden?
Das sei ferne!

Und wieso machte das Gesetz diesen Unterschied? Führt denn nicht alle Sünde zur Trennung von Gott und damit zum Tode?
Nun, ALLES im Alten Bund hat eine "prophetische Bedeutung" für uns im Neuen Bund. Im Neuen Bund hat es sogar seine (geistliche) Erfüllung gefunden.
Sind also geistlich gesehen jetzt alle Sünden gleich zu werten? 

Wenn sie uns vergeben sind, dann ja!! 

Wenn wir aber daran festhalten, Sünde aufgrund des Zeitgeistes und der allgemeinen Lage umdeuten und verharmlosen wollen und daher NICHT Buße tun (umkehren), bzw. nicht dazu auffordern und NICHT Jesu Wort an die Ehebrecherin (die er vor dem sicheren Tod gerrettet hat) als maßgeblich ansehen:
"Gehe hin und SÜNDIGE NICHT MEHR" 
- dann NICHT!

Sexuelle Sünden haben auch im Neuen Bund eine andere Bedeutung!
Hier eine klare Aussage dazu in einem Lehrbrief:

Fliehet die Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber hurt, sündigt wider seinen eigenen Leib.
1.Kor.6:18 

Aha, aber was ist denn daran so schlimm? 
Es macht doch Spaß, Gott selber hat uns doch die Sexualität geschenkt und er ist doch kein Spaßverderber...
 



Nein, natürlich nicht, Gott unser Vater möchte uns wahre Freude geben und uns vor der Versuchung und den Fakes Satans bewahren!

Wie gesagt gab es im alten Bund todeswürdige Sünde und Sünde, die auf anderem Wege gesühnt wurde, aber diesen Unterschied gibt es de facto auch noch im Neuen Bund:

Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so soll er bitten, und Er wird ihm Leben geben, solchen, die nicht zum Tode sündigen. Es gibt Sünde zum Tode; daß man für eine solche bitten soll, sage ich nicht!
Jede Ungerechtigkeit ist Sünde; aber es gibt Sünde; nicht zum Tode.
1.Joh.5:16,17 

Sexuelle Sünde ist weiterhin so eine "Sünde zum Tode", denn sie führt uns in den GEISTLICHEN TOD! 
Es betrifft DIREKT unseren Wandel im Geist!

Die Aussage im 1.Kor.6 geht nähmlich wie folgt weiter:

Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?
Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlichet nun Gott in eurem Leibe.
1.Kor.6:19,20 

Ja, gute Frage:  
"Oder wisst ihr nicht??"...

Man könnte hierzu nun das GRUNDTHEMA des geistlichen Lebens ausführen: 
Das Fleisch (die fleischliche Lust) streitet IMMER wider den Geist!
Aber das werde ich nicht tun, denn jeder kennt es und kann es selber in der Bibel recherchieren.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen.
Gal 5:16  


***


Montag, 11. August 2014

Sind Christen Gesetzlose?

Immer wieder wird von eifrigen Christen unterstellt, man wäre "gesetzlos", wenn man nicht nach dem Gesetz des alten Bundes lebt und man würde deswegen in der Hölle landen.

 Lass dich nicht verwirren und nicht einschüchtern!

Das ist völlig unzulässig und absurd, denn Paulus erklärt sehr deutlich den Unterschied zwischen dem Gesetz, der Gesetzlosigkeit und dem Gesetz Christi:

Den Juden bin ich geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne.
Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden, obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern ich bin im Gesetz Christi, auf daß ich die, die ohne Gesetz sind, gewinne.
 1.Kor.9:20,21

Juden sind unter dem Gesetz, Heiden sind ohne Gesetz und Nachfolger Jesu sind im 

Gesetz Christi!
   
An anderer Stelle nennt er es auch das Gesetz des Geistes:

Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
 Röm 8:2 

Wo der Geist ist, da ist Freiheit; darum nennt Jakobus es auch das Gesetz der Freihet:

Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei bleibt, nicht als vergeßlicher Hörer, sondern als wirklicher Täter, der wird selig sein in seinem Tun. 
Jak 1:25  
 
  Es gilt also für uns:

Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden!
 Jak 2:12 

***


Zu diesem Themenkreis gibt es hier weitere Beiträge - z.B. 
oder

Dienstag, 29. Juli 2014

Wer ist Jesus?

Auf diese wichtige Frage gibt es seit jeher die unterschiedlichsten Antworten.
Sie reichen vom Abstreiten seiner Existenz bis hin zu der Ansicht, er sei Gott selber. Dazwischen gibt es etliche weitere Sichtweisen, er sei z.B. ein Größenwahnsinniger, ein Betrüger, ein Revolutionär, ein großer Lehrer der Menscheheit oder ein Prophet uswusw.

Hier sind einige Antworten auf diese Frage aus verschiedenen Blickwinkeln:

Judentum

Das Judentum sieht Jesus von Nazaret nicht als Sohn Gottes an, da ein Mensch nach jüdischer Auffassung nicht göttlich sein kann. Es sieht in ihm auch nicht den Messias, da er nicht die endgültige Verwandlung der Welt gebracht habe, die die Juden nach biblischer Prophetie vom Messias erwarten.

Von einigen jüdischen Religionswissenschaftern wird Jesus als genuin jüdischer Lehrer der Tora gesehen, der den Völkern den Glauben an JHWH, den Gott Israels, vermittelt habe.

 Jesu Herkunft erklärt der Talmud mit einem Fehltritt Marias: Sie habe sich mit einem römischen Legionär eingelassen und das dabei entstandene Kind dem „Heiligen Geist“ zugeschrieben. Für die talmudischen Rabbiner war sie eine „Hure“. Jesus sei durch seinen römischen Vater „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden

Die im NT verkündete Abstammung von König David könne er daher nicht beanspruchen. Diese Idee war mitsamt dem Messias- und Sohn-Gottes-Anspruch Jesu bzw. des NT für die Talmudautoren reiner Betrug. Zudem stellten sie Jesus als promisk dar, der mit einer Prostituierten verkehrt habe und seiner Mutter nachgeraten sei. Dies beweise, dass er kein Prophet gewesen sei


Islam

Im Koran gilt arabisch عيسى بن مريم ʿĪsā ibn Maryam „Jesus, Sohn der Maria“ als der Messias (al-masīh), als Wort (kalima) und Geist (rūh) Gottes (Allāh). Durch die Stärkung mit dem „Heiligen Geist“ (rūh al-qudus, eine koranische Bezeichnung für den Erzengel Gabriel) konnte er mit Gottes Erlaubnis Wunder vollbringen. Er gilt nicht als ein Teil einer Trinität (die der Islam als Bruch des reinen Monotheismus ablehnt) oder als Sohn Gottes, wie dies in fast allen christlichen Traditionen der Fall ist, sondern als Gottes Gesandter (rasūl) und Prophet (nabīy).

Die Kreuzigung Christi wird in Sure 4, Vers 157 und entsprechend in der islamischen Koranexegese verneint.


Bahai Religion

In der Bahai-Religion gilt Jesus als „Manifestation Gottes“, als ein göttlicher Offenbarer. Im Schrifttum der Bahai wird er unter anderem auch als „der Geist“ oder „der Sohn“ bezeichnet.[3] Es gibt aus Sicht der Bahai eine Fortschreitende Offenbarung, das heißt es gibt nur einen Gott, der sich im Lauf der Geschichte mehrfach und fortschreitend offenbart hat und dies auch in Zukunft tun wird. Bahai glauben, dass Baha’u’llah, der Stifter der Bahai-Religion, neben der Wiederkunft anderer Religionsstifter auch die „Wiederkunft Christi in der Herrlichkeit des Vaters“ ist


Hinduismus

Im 19. Jahrhundert setzten sich einige hinduistische Gelehrte gezielt mit der Person Jesus auseinander. Keshabchandra Sen (1838–1884) nannte Jesus einen Orientalen, der zu Indien gehöre und die Hindus aufrufe, „christusförmig“ zu leben.

Ramakrisna Paramahamsa (1836–1886) war ein Verehrer der Göttin Kali und ließ sich erst in den Islam, dann in das Christentum einführen. Bei der meditativen Betrachtung einer Ikone der Maria mit dem Jesuskind erlebte er eine Vision: Jesus Christus sei ihm als Lichtgestalt aus dem Bild heraus erschienen und habe gegen seinen Widerstand von seinem Herzen Besitz ergriffen, so dass er den Kali-Tempel drei Tage lang nicht habe betreten können. Am dritten Tag sei die Lichtgestalt ihm direkt begegnet und habe sich ihm als innere Stimme offenbart:

    „Dies ist Christus, der das Blut seines Herzens für die Erlösung der Welt vergossen hat, der ein Meer des Leidens durchschritten hat aus Liebe zu den Menschen. Es ist Er, der Meister-Yogi, ewig eins mit dem Vater.“

Daraufhin habe die Gestalt ihn umarmt und sei mit seiner Seele verschmolzen. Seitdem habe er nicht mehr an Jesu Göttlichkeit gezweifelt und ihn als Avatar neben anderen Inkarnationen des Göttlichen verehrt.


Historische Jesusforschung

Die historische Kritik richtete sich anfangs vor allem gegen kirchliche Dogmen, die aus der Bibel hergeleitet wurden, später gegen übernatürliche Mythologie und bestritt zum Teil sogar Jesu Existenz. Radikale Skepsis sieht ihn als unhistorisches Konstrukt, das die frühen Christen aus zirkulierenden Motiven, Legenden und Mysterienkulten zusammengestellt haben sollen.


Philosophie seit der Aufklärung

Das Zeitalter der Aufklärung stand ganz im Zeichen der Emanzipation von Kirche, Aberglauben, Mythologie und Heteronomie. Daraus entstand die neuzeitliche Religionskritik, die das Christentum und darüber hinaus alle Religion von verschiedenen Ansätzen aus als

    Metaphysik (Immanuel Kant),
    Projektion (Ludwig Feuerbach),
    Ideologie der Klassengesellschaft (Karl Marx) oder
    Zwangsneurose (Sigmund Freud) kritisiert.

Dies hat vielfältig auf die Sicht Jesu im aufgeklärten Bürgertum Europas eingewirkt.

Gleichwohl hat sich die aufgeklärte Philosophie die Gestalt Jesu, aber auch sonstige biblische und theologische Ideen auf ihre Weise angeeignet und sie in humanistische, moralisch-ethische oder revolutionäre Handlungsmaximen übersetzt. Die „Goldene Regel“ der Bergpredigt und anderer Religionen stellte unverkennbar den Traditionshintergrund für Kants Kategorischen Imperativ dar. Der „absolute Weltgeist“ Hegels ist ein Versuch, das Wirken des transzendenten Heiligen Geistes in die Arbeit des dialektischen Begreifens zu übersetzen und im vernünftigen Fortschritt der Weltgeschichte wiederzufinden.


Literatur

Auch in der profanen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts findet man eine große Zahl verschiedener Jesusbilder. Er wurde u.a. als humanes Vorbild, Menschen- und Kinderfreund, philosophischer Weiser, strenger Moralist oder politischer Widerstandskämpfer dargestellt.


Christentum

(Heilige) Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität (lat. trinitas; altgr. τριάς trias ‚Dreizahl‘, ‚Dreiheit‘) bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesens-Einheit von Gott Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiligem Geist. Sie werden als drei aus Gott entsprungene Personen oder Hypostasen der Trinität, nicht aber als drei Substanzen oder drei Götter aufgefasst. Motive aus biblischer Überlieferung, früher Gebets- und Redeweise und theologischer Begriffsbildung führen zum kirchlichen Trinitätsdogma. Ab dem 4. Jahrhundert wurde eine formelle Trinitätslehre ausgebildet. Der Mensch Jesus von Nazareth, von dem schon im Neuen Testament Göttliches ausgesagt wird, wird wie der Heilige Geist als „wesenseins“ mit Gott, dem Vater, verstanden und verehrt. Die Glaubensbekenntnisse der Mehrzahl der christlichen Glaubensgemeinschaften beinhalten die Dreieinigkeit.

(Quelle Wikipedia)


Es gibt also ungezählte Meinungen und Sichtweisen auf Jesus von Nazareth.

Doch wer war er wirklich? 

Auch aus den Schriften der Bibel werden unterschiedliche theologische Aussagen abgeleitet, doch welche ist die richtige, die tatsächlich tragfähig ist? 
Was ist die Wahrheit?

Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seist Johannes der Täufer; die andern, du seist Elia; etliche du seist Jeremia oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jona's Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Mat 16:13-17


Das ist sie also, die von Gott selber durch seinen Geist geoffenbarte Wahrheit über Jesus:

Du bist der Christus (der Messias), 
der Sohn des lebendigen Gottes!

Simon bekommt aufgrund dieser Offenbarung von Jesus den Beinamen Petrus (Felsen), denn

Auf DIESEM Bekenntnis baut Jesus seine Gemeinde!

Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. 
 Mat 16:18

 AMEN!
 
***

Sonntag, 20. Juli 2014

Der Konflikt ist nicht neu (Nachtrag zum vorigen Post)

Der Konflikt um die Einhaltung des Gesetzes ist ja nicht neu -
 er wurde allerdings schon längst und völlig eindeutig geklärt:

 
Etliche aber derer von der Sekte der Pharisäer, welche glaubten, traten auf und sagten: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses' zu halten.
 Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen. Als aber viel Wortwechsel entstanden war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Brüder ihr wisset, daß Gott vor längerer Zeit mich unter euch auserwählt hat, daß die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versuchet ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Sondern wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene.
 

 ...
Weil wir gehört haben, daß etliche, die aus unserer Mitte ausgegangen sind, euch mit Worten beunruhigt haben, indem sie eure Seelen verstören und sagen, ihr müßtet beschnitten werden und das Gesetz halten -denen wir keine Befehle gegeben haben- deuchte es uns, einstimmig geworden, gut, Männer auszuerwählen und sie mit unseren Geliebten, Barnabas und Paulus, zu euch zu senden, mit Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe verkündigen werden. Denn es hat dem Heiligen Geiste und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen, als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor bewahret, so werdet ihr wohl tun. Lebet wohl!
 Apg 15:5-11/24-29


***

Konfliktpotenzial Alter und Neuer Bund

Eines der größten Konfliktpotenziale unter Christen betrifft die Bedeutung des Alten und des Neuen Bundes und damit hauptsächlich die Frage, ob die Einhaltung der an das Volk Israel ergangenen Gesetze für uns heute noch verbindlich ist.

Wer das bejaht, sieht in jedem, der es verneint zwangsläufig einen vom wahren Glauben Abgefallenen, den man zwar heute nicht gleich steinigt (wie es das Gesetz ja nunmal fordert), aber den man dennoch auf dem Weg des Todes wähnt und fälschlicher Weise zu den "Gesetzlosen" zählt.

Andererseits sehen diejenigen, die den wichtigen Unterschied zwischen dem Gesetz Mose und dem Gesetz Christi erkennen, einen Mangel an geistlichem Leben bei den "Gesetzestreuen".

Paulus findet deutliche Worte, indem er die "unter Gesetz" mit denen "ohne Gesetz" vergleicht und dabei klarstellt, dass er ZU KEINEN VON BEIDEN gehört:

Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, auf daß ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz obschon ich nicht unter dem Gesetz bin, damit ich die unter dem Gesetz gewinne; denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz,wiewohl ich nicht ohne göttliches Gesetz lebe, sondern in dem Gesetz Christi, damit ich die gewinne, welche ohne Gesetz sind.
1.Kor.9:20,21

Es gibt also zwei Sichtweisen auf den Alten und den Neuen Bund und seine jeweiligen Schriften:

1. Die Einen sagen, man könne das Neue Testament nicht ohne das Alte verstehen.
2. Die Anderen sagen, man kann das Alte Testament nicht ohne das Neue verstehen.

Ich vertrete seit jeher die zweite Position.

Wenn wir die Schriften des ersten Bundes nicht geistlich deuten, sondern ihre Aussagen weiterhin wörtlich als für Christen verbindlich ansehen, halten wir an den "Vorausschatten" fest, obwohl wir in Christus längst die Erfüllung und das Wesen dieser Dinge haben

So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats, welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat.
Kol 2:16,17

Auf diese Weise bleibt eine Decke auf der gesamten Schrift, so dass man sie nicht richtig verstehen, noch die Wahrheit der Größe Christi und seiner Heilstat erkennen kann.

Aber ihr Sinn ist verstockt worden, denn bis auf den heutigen Tag bleibt beim Lesen des alten Bundes dieselbe Decke unaufgedeckt, die in Christo weggetan wird. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen.
Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.
2.Kor.3:14-16 

Nur wenn das Herz sich völlig zu Christus bekehrt, wird die Decke von den Schriften des Alten Bundes weggenommen.
Das heißt nun aber nichts anderes, als dass wir diese Dinge geistlich deuten müssen, denn wörtlich verstehen kann sie auch jeder, der nicht "in Christus" ist!

Das griechische Wort "katargeō" aus Vers 14 ist ein sehr kräftiger Ausdruck, er bedeutet u.a.:
"völlig nutzlos, abschaffen, aufhören, zerstören, wegtun, ohne Wirkung, scheitern, vergehen, nichtig, zu nichts führen" usw.usw.

All das bezieht sich auf das Lesen des Alten Bundes, wenn man das dort Geschriebene nicht im Licht des Neuen Bundes liest (d.h. geistlich deutet!).

Schlachter übersetzt es daher folgendermaßen:

  Aber ihre Sinne wurden verhärtet; denn bis zum heutigen Tage bleibt dieselbe Decke beim Lesen des Alten Testamentes, so daß sie nicht entdecken, daß es in Christus aufhört. 
 2.Kor.3:14


***

 Da sich dieser Konflikt meistens am Sabbathgebot festmacht, empfehle ich zur Vertiefung der Thematik den Beitrag
Der Sabbath im Alten und im Neuen Bund,
in dem ich der Frage nachgehe, warum jeder sterben musste, der den Sabbath nicht einhielt.
Ausführlicher behandelt wird das Thema dann auch in der 3-teiligen Serie

Dienstag, 22. April 2014

Drei Tage und drei Nächte oder am dritten Tag?

Ist Jesus nach "drei Tagen und drei Nächten" oder "am dritten Tag" auferstanden?

Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Schoße der Erde sein.

Mat 12:40
 
Hier spricht Jesus ganz offensichtlich von seiner Zeit im Grab.
Wir lesen, dass Jesus am Rüsttag gekreuzigt wurde und bevor der Sabbath anbrach (das ist Freitag Abend bei Sonnenuntergang) bereits vom Kreuz genommen und in die Gruft gelegt wurde.

Und da es schon Abend geworden (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat), kam Joseph von Arimathia, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; der wagte es, ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.
 
Mar 15:42,43

 Am "ersten Tag der Woche" (das ist der Tag nach dem Sabbath - also unser Sonntag) stand Jesus dann von den Toten auf.

Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezereien, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am ersten Tage der Woche kamen sie zur Gruft, als die Sonne aufging.
 
Mar 16:1,2

 Wenn man es nach der jüdischen Zeitrechnung betrachtet, wo ein Tag immer mit dem Sonnenuntergang des Vortages beginnt, beziehungsweise auch ein kleiner Abschnitt eines Tages bereits hinzugezählt wird, dann stimmt es mit der Aussage "am dritten Tag" überein.
Doch wie man es auch dreht und wendet, man kommt nicht auf 3 Tage und 3 Nächte im Grab und viele haben sich schon an dieser Aussage gestoßen.

Was läuft hier also falsch?

Zunächst mal mutet diese Geschichte von Jona im Bauch eines Fisches an sich schon recht seltsam an. Kann man drei Tage und Nächte im Bauch eines Fisches überleben, ja kann man dort sogar beten?

Nun, die hebräische Sprache ist voller Sinnbilder. und selbst die konkreten Bezeichnungen haben immer auch eine erweiterte Bedeutung. Das hebräische "dâg dâ'g" bedeutet zwar Fisch, es kommt aber aus dem Wortstamm für "sich bewegen" bzw auch "ängstlich / sich winden" usw. Das ergibt schon ein ganz anderes Bild. 
Wie auch immer Jona gerettet wurde, es geht darum, dass er drei Tage und Nächte des Todes und in Todesangst war und zu Gott gebetet hat, bis er gerettet wurde. Das ist das "Zeichen", von dem Jesus ja hier im Zusammenhang ausdrücklich spricht.

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.

Mat 12:39 
 
Ok, das ändert aber nichts an dieser konkreten Zeitangabe "drei Tage und drei Nächte", die Jesus ja wörtlich übernimmt

Bei der Bezugnahme auf prophetische Ereignisse im alten Testament, kommt es allerdings in vielen Fällen weniger auf die wortwörtliche Umsetzung bei der Erfüllung im Neuen Testament an, sondern auf das prophetische Vorbild im Ganzen.

So ist z.B. der Durchzug des Volkes Israel durch das Schilfmeer ein Vorbild für die Taufe, die nun auch uns von der uns verfolgenden Sklaverei der Sünde rettet. Dennoch "teilt" sich ja bei der Taufe nicht das Wasser.
Ebenso ist Christus der Fels, aus dem sich das Wasser des Lebens ergießt, so wie im propehtischen Vorbild das Wasser aus dem Felsen die Israeliten in der Wüste vor dem verdursten rettete. Dennoch ist Jesus kein Felsen und das Wasser des Lebens strömt auch nicht, weil ein Prophet es im Auftrag Gottes hervorbringt.

Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer, und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.
1.Kor.10:2-4

 Es kommt immer auf die geistliche Deutung der Ereignisse an.

Wir sehen also, dass sich hier wie dort vieles nicht wortwörtlich nach dem Vorbild des AT erfüllt. 
Jesus hat mit seiner Aussage auf eine Begebenheit Bezug genommen, die jeder kannte und in der Jona "drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches" war und dann aber wider alle Wahrscheinlichkeit doch von Gott machtvoll gerettet wurde.

Der Tod wurde überwunden!

DAS ist das "Zeichen" und die eigentliche Aussage, die Jesus hier macht.


 

Auch wenn Jesus es wörtlich wiederholt, so ist der Fokus auch in Mat.12:40 nicht die exakte Zeitangabe, sondern die Begebenheit an sich: Jona war "des Todes", aber er wurde auf Gottes Befehl hin wieder "an Land gespuckt" - also in´s Leben zurückgeholt.

Und das alles geschah hier wie dort jeweils "am dritten Tag".

..und sie werden ihn verspotten und geißeln und verspeien und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.
Mar 10:34 


***



Samstag, 8. März 2014

"Christus in euch" oder Anti-Christus?

Viele scheinen vergessen zu haben, dass Jesus ALLE MACHT im Himmel und auf Erden hat und sie beanspruchen diese Macht für sich selber. Sie berufen sich dabei darauf, dass "Christus in uns" lebt und meinen damit ihr eigenmächtiges Handeln rechtfertigen zu können.

 Das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Nationen, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
 Kol.1:26,27

Doch diese Verführten und Verführer offenbaren sich selber, denn die Kraft Christi ist nur in den Schwachen mächtig.

Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich! 
 Mat 5:3

 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 
 2.Kor.12:9

Wer also den Fokus auf die angebliche "Vollmacht des Gläubigen" richtet, wer dazu auffordert die Verheißungen Gottes (wenn es sein muß mit Gewalt) zu ergreifen und "in Anspruch zu nehmen", anstatt sie demütig zu empfangen, wer dabei den eigenen Glauben als Maßstab ansieht anstelle der Gnade unseres Gottes, wer meint es käme nur auf unser Bewusstsein als Kinder Gottes an, der verkündet ein anderes Evangelium, einen anderen Jesus und hat einen anderen Geist empfangen.

Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertraget ihr es wohl.
 2.Kor.11:4

Beides ist gar nicht so schwer voneinander zu unterscheiden, denn der echte Jesus sagt von sich:

 Ich kann nichts von mir selbst tun. 
 Joh.5:30

Wo immer diese Demut fehlt und man als "vollmächtig und mit Geist gesalbt" auftritt, da erhebt sich der Mensch und wird zum Anti-Christus!

Jesus warnt die Gemeinden eindringlich vor dieser Geisteshaltung:

  Also, weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Denn du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts, und weißt nicht, daß du der Elende und der Jämmerliche und arm und blind und bloß bist. Ich rate dir, Gold von mir zu kaufen, geläutert im Feuer, auf daß du reich werdest; und weiße Kleider, auf daß du bekleidet werdest, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, auf daß du sehen mögest. Ich überführe und züchtige alle die ich liebe. Sei nun eifrig und tue Buße! 
 Off 3:16-19


Mögen die Reden und Predigten noch so mitreißend sein, die Zeichen und Wunder noch so beeindruckend, es fehlt dennoch das Fundament:

Die Demut und die Gesinnung Christi.


   ..lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.
 Mat 11:29

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war.
 Phi 2:5 


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 Hier ist noch ein weiterer Beitrag zu diesem Thema der
"Ichbezogenheit in der Verkündigung"

Dienstag, 4. März 2014

Heuchelei in christlichem Gewand

Es gibt Redewendungen und Aussagen, die von Christen immer wieder gebraucht werden.
Sie hören sich geistlich an, aber nicht selten ist etwas ganz anderes gemeint und die schönen Worte sollen nur die wahre Gesinnung verbergen.

Hier ist ein Blick hinter die fromme Fassade:

"Ich werde für dich beten"
Du bist weit unter meinem Niveau, Gott möge dir endlich die Erkenntnis geben, die ich habe.

"Ich vergebe dir" 
Du bist der Schuldige und ich der Gerechte.... und die Öffentlichkeit soll erkennen, dass ich ein grundgütiger, demütiger und guter Mensch bin.

"Nicht jeder darf in mein Leben sprechen"
Ich gehöre zu einem total elitären Club und du gehörst nicht dazu.

"Wir dürfen doch nicht richten"
Ich habe nicht vor diesen Vorwurf zu prüfen, am Ende ist es noch die Wahrheit.

"Unsere Erkenntnis ist Stückwerk"
Wir haben gegensätzliche Standpunkte und nur einer von beiden kann wahr sein - also meiner.

"Gott sieht das Herz an"
Diese Sache ist völlig offensichtlich, aber viellt. ist Gott ja blind vor Liebe.

"Du bist ja voller Hass und Stolz"
Du hast mich ertappt, was du sagst stimmt auf den Punkt, aber es gefällt mir nicht und deshalb werde ich dich jetzt öffentlich zur Schnecke machen.

"Man muss ja nicht immer gleich mit der Bibel kommen" 
Dieses Schriftwort trifft es genau, aber ich werde das nicht zugeben.

"Das ist mir zu gesetzlich / zur Freiheit sind wir berufen"
ICH mache was ICH für richtig halte, basta.
 
 "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein" 
oder
"Wir sind doch alle Sünder"
 Ich kann diese Sünde einfach nicht lassen und ich will es auch gar nicht, andere tun es ja auch.
 
"Gott wird dich richten"
 Ich würde dir am liebsten an den Hals springen, aber das traue ich mich nicht, also sollst du wenigstens in der Hölle schmoren.

"Ich wünsche dir den Frieden Gottes"
Ich habe dich auf die Palme gebracht und jetzt geh ich Fernseh gucken.

"Wie kann man nur so lieblos sein"
Du hast die Wahrheit gesagt und dafür sollst du büßen.

"Gott hat mir gezeigt / gesagt.."
Widersprich mir jetzt bloß nicht!

"Shalom"
Lass mich doch endlich in Ruhe.

 uswusw...


Es mag hier ein bisschen überzeichnet sein, aber
Gott sei Dank - es trifft auch nicht immer zu! 


 Doch Heuchelei ist eine sehr ernste Sache und eines der ganz großen Übel in den Gemeinden.
 Wir haben uns oft schon so sehr daran gewöhnt, dass wir unsere wahren Gedanken und Gefühle hiter frommen Floskeln verbergen, dass es uns gar nicht mehr auffällt.
Anstatt unsere Gedanken unter den Gehorsam des Christus zu bringen, senden wir nicht selten feurige Pfeile in Richtung der Anderen oder verbergen unsere wahren Gefühle hinter frommen Sprüchen.

Ein anderer Grund ist auch oft, dass wir vor den Anderen besser dastehen wollen.

Ananias und Saphira waren die ersten in der jungen Gemeinde, die etwas anderes vorgaben und sagten als die einfache Wahrheit. Sie versuchten die Gemeinde zu täuschen und heuchelten, um besser dazustehen. 
Das war ein klares Zeichen dafür, dass Satan ihr Herz.erfüllt hatte! 
Sie wurden entlarvt und fielen auf der stelle Tod um. So setzte Gott ein deutliches Zeichen, was es mit Heuchelei und Lüge auf sich hat.

Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt seiner Frau Saphira, verkaufte ein Gut und entwendete von dem Erlös, unter Mitwissen seiner Frau, und brachte einen Teil davon und legte ihn den Aposteln zu Füßen. Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, den heiligen Geist zu belügen und von dem Erlös des Gutes etwas zu entwenden? Konntest du es nicht als dein Eigentum behalten? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum beschlossest du denn in deinem Herzen diese Tat? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott! Als aber Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und verschied. Und es kam große Furcht über alle, die es hörten. 
Apg 5:1-5

Es ist Gott ein Greuel, wenn wir nach außen hin fromme Worte wählen, aber in unseren Herzen und Gedanken etwas ganz anderes hegen.
 
Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind untereinander Glieder. 
Eph 4:25  

Und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, decket sie vielmehr auf; 
Eph 5:11 


***

Freitag, 7. Februar 2014

Satan überwinden

Es gibt eine sehr zentrale Aussage dazu in der Schrift, wie Nachfolger Jesu den Satan überwinden:

Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tode!
Off 12:11

1. Das Blut des Lammes
2. Das Wort des Zeugnisses
3. Das eigene Leben nicht lieben sondern es in den Tod geben.

Der erste und der dritte Punkt sollte jedem Nachfolger völlig klar sein, doch was genau bedeutet eigentlich "das Wort unseres Zeugnisses"?
Ist hiermit gemeint, dass wir ständig unseren Glauben, unsere Erlösung und unsere Gotteskindschaft bezeugen?

Das ist sicherlich auch ein Teil davon, doch wenn wir in diesen Dingen fest stehen und Satan uns im Geist nicht mehr knechten kann, dann versucht er es im seelischen und im leiblichen Bereich. 
Wenn nun also unser Körper einem Angriff Satans ausgesetzt ist (z.B. durch Krankheit), oder wir einen Angriff auf unsere Seele erleben (z.B. durch Depression), oder einer seelischen Bindung unterliegen die unter Umständen schon sehr lange Zeit andauert (Sünde), dann nützt es meist gar nichts wenn wir ständig den Sieg über Satan proklamieren - 

..das wäre in diesem Fall ja sogar eine Lüge!

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit; wenn wir aber im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.
Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigeit.
1.Joh.1:6-9

Es geht also schlicht darum Zeugnis von der Wahrheit abzulegen, wie auch immer sie aussieht.

"Ich bin in dieser oder jener Sache noch gebunden / bzw. ich erleide einen Angriff / ich lebe in dieser oder jener Sünde" usw. wäre im jeweiligen Fall dann unser Zeugnis von der Wahrheit.

Satan kann nur dort wirksam sein, wo Dunkelheit ist - im Licht der Wahrheit hat er keine Chance.

Doch Vorsicht!

Es geht hier keinesfalls darum, dass wir uns selber mit Worten an diesen Zustand binden und uns damit identifizieren wie etwa "ich bin krank / ich bin depressiv / ich bin ein Sünder" usw.
So akzeptieren wir ja die Macht Satans über uns und verdammen uns selber.
Das tun aber leider etliche und machen so eine Sache nur schlimmer und bedeutungsvoller als sie ist, denn Gott unser Vater ist allemal größer! Er weis sowieso genau bescheid und er selber ist es ja auch, der durch seinen Geist den Finger darauf legt und es uns offenbart. Wir sollen es dann der Wahrheit gemäß bekennen und können das sogar mit Dankbarkeit tun, weil Jesus auch für diese Sache sein Blut gegeben hat.

Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsre Herzen vor Ihm stillen, daß, wenn unser Herz uns verdammt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.
1.Joh.3:19,20

Probiere es aus und du wirst staunen wie machtvoll das gesprochene Wort unseres Zeugnisses ist und wie es die Dunkelheit vertreibt.

Sprich die Wahrheit aus - 
nur die Wahrheit macht frei!

  Darum, weil wir diesen Dienst haben, gemäß der uns widerfahrenen Barmherzigkeit, so lassen wir uns nicht entmutigen, sondern haben abgesagt der Verheimlichung aus Scham und gehen nicht mit Ränken um, fälschen auch nicht Gottes Wort; sondern durch Offenbarung der Wahrheit empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor Gott.
 2.Kor.4:1+2

Die Wahrheit ist der allererste Teil der Waffenrüstung Gottes, die wir anlegen, um im Sieg zu leben!

Deshalb ergreifet die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage zu widerstehen vermöget und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, das Feld behalten könnet. So stehet nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit Bereitwilligkeit, die frohe Botschaft des Friedens zu verkündigen. Bei dem allen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr alle feurigen Pfeile des Bösewichts auslöschen könnet. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, nämlich das Wort Gottes. Bei allem Gebet und Flehen aber betet jederzeit im Geist, und wachet zu diesem Zwecke in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen.
Eph 6:13-18 


***


 Hier habe ich in einer dreiteiligen Serie ausführlicher über die vermeintliche und völlig überschätzte  "Macht der Finsternis" geschrieben.

Samstag, 16. November 2013

Darf man so reden?

Denn wenn der, welcher zu euch kommt, einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen andern Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertraget ihr es wohl.
2.Kor11:4 

Hier wird die Gemeinde davor gewarnt, dass ein "anderer Jesus" gepredigt wird und damit auch ein anderer Geist empfangen und ein anderes Evangelium angenommen wird.
Genau das ertragen auch heute viele Gemeinden sehr gerne!

Man predigt den butterweichen, lieben Jesus, der vom lieben Gott zu den verlorenen Menchenkindern gesandt wurde und der für alle nur Liebe und ein gutes Wort hatte.

Ja, Jesus war voller Liebe, aber er hatte nicht nur sanfte Worte!

Wenn es darum ging selbstgerechte Heuchelei, Ungerechtigkeit, Gottlosigkeit, Menschenfurcht, Manipulation und scheinheiliges, religiöses Getue aufzudecken, dann konnte er sehr unangenehm werden. Er scheute sich dann auch nicht, sehr deutliche Worte zu gebrauchen.

Wer aber einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
Mar 9:42 

Das ist schon starker Tobbac!
Wir sehen an diesem Beispiel, dass es ihm dabei besonders darum geht, dass die Menschen die an ihn glauben, vor Verführung bewahrt werden - denn da versteht Jesus keinen Spass.

"Heuchler, Schlangenbrut, ehebrecherisches Geschlecht, Kinder des Teufels" uswusw. sind noch andere der uns überlieferten "Kraftausdrücke" von Jesus.

Wenn sich nun aber heute jemand daran ein Beispiel nimmt und einen Heuchler auch einen Heuchler nennt, einen Ehebrecher einen Ehebrecher usw., dann ist sofort das Entsetzten groß - "Wie kann man nur so ungehobelt und lieblos sein" o.ä. ist dann meist zu hören.

Verweist man aber darauf, dass Jesus selber sich ebenso deutlich und "ungehobelt" äusserte, und stellt dazu noch die Frage, ob er dabei wohl lieblos gehndelt habe, wird gelegentlich behauptet, dass es sich bei ihm ja um "die Ungläubigen" und nicht um Nachfolger - also um Christen - gehandelt habe und wir als und unter Christen doch so nicht reden dürften.

Selbstverständlich sind gute Umgangsformen ein hohes Gut, aber die Wahrheit ist ein höheres!

Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, um zu wissen, wie ihr jedem einzelnen antworten sollt.

Kol 4:6 

Manche übersetzen hier "freundlich, huldvoll" oder ähnliches - doch was ist hier wirklich gemeint?

Das griechische Wort ist "charis" - das erinnert sofort an "charisma" - die geistliche Gnadengabe.
Es geht also schlicht darum, "im Geist" und vom Geist geleitet zu reden und zu antworten. Da wir getrost davon ausgehen können, dass Jesus IMMER im Geist redete, kann man daraus schließen, dass auch unseren Ohren sehr unfreundlich klingende Worte durchaus "im Geist" gesprochen sein können.

Es geht dabei schlicht darum, ob wir die Wahrheit sagen oder ob uns die "äussere Form" wichtiger ist. 

Wer für einem Dieb schöne Worte findet, weil er ein reicher Mann geworden ist und man sich seine Gunst erhofft, der redet sicher nicht im Geist.
Wer aber zu einem Dieb "du bist ein Dieb" sagt, der sagt schlicht die Wahrheit. Dass das einem Dieb nicht gefallen wird, liegt in der Natur der Sache, denn er möchte selbstverständlich den Schein des ehrbaren Mannes aufrecht erhalten. Dies geht allerdings nur so lange, bis er "Jesus begegnet", bzw. jemandem der sich vor Menschen nicht fürchtet, sondern Gott die Ehre gibt.

Nun kommt es bei der Art der jeweiligen Rede aber besonders auf die Herzenshaltung des Angesprochenen an. Einem Menschen mit der rechten Gesinnung braucht man seine Vergehen gar nicht vor die Nase zu halten, er selber wird sie bekennen, so wie es auch Zachäus der Zöllner tat, als Jesus in sein Haus einkehrte. Obwohl er ihn gar nicht darauf angesprochen hatte, sagte dieser:

Zachäus aber trat hin und sprach zum Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück.
Luk 19:8 

Zur rechten Rede aus dem Geist gehört es also immer, die jeweilige Herzenshaltung zu erkennen.
Genau deshalb heißt es ja oben "damit ihr  wißt, wie ihr einem jeglichen antworten sollt".

Was hat es nun aber mit dem Argument auf sich, dass wir unter Geschwistern einen anderen Umgang pflegen sollten?

Nun, zunächst mal gilt als ein "oberstes Gebot", dass wir ohne jedes Ansehen der Person urteilen und reden sollen.

Es wäre ja ganz offensichtlich pure Heuchelei, wenn wir einem Bruder oder einer Schwester gegenüber nicht Klartext reden würden, sondern nur Nettigkeiten austauschen würden, weil sie ja Geschwister sind.  Genau das findet aber leider allzu häufig statt.

Aber sollte man die Wahrheit denn nicht wenigstens ganz behutsam ssgen und  am besten unangenehme Dinge unter vier Augen klären?

Nun, das kommt ganz darauf an, um was es geht. Wenn es um eine persönliche Angelegenheit geht, dann gehört das selbstverständlich unter vier Augen geklärt. Ist aber damit eine Gefahr für andere Geschwister oder gar die ganze Versammlung gegeben, bzw. wenn diese bereits betroffen sind, dann geht es um ein öffentliches Interesse und gehört es auch öffentlich angesprochen und geklärt.

Wir haben dazu ein schönes Beispiel als Paulus die Heuchelei des Petrus aufdeckt.:

Als aber Kephas nach Antiochien kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er dem Urteil verfallen war. Denn bevor etliche von Jakobus kamen, hatte er mit denen aus den Nationen gegessen; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, da er sich vor denen aus der Beschneidung fürchtete.
Und mit ihm heuchelten auch die übrigen Juden, so daß selbst Barnabas durch ihre Heuchelei mitfortgerissen wurde.
Als ich aber sah, daß sie nicht den geraden Weg nach der Wahrheit des Evangeliums wandelten, sprach ich zu Kephas vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, wie die Nationen lebst und nicht wie die Juden, wie zwingst du denn die Nationen, jüdisch zu leben?

Gal 2:11-14

Ein noch deutlicheres Beispiel, dass es niemals um das Ansehen von Personen geht (auch nicht bei den Nachfolgern), sondern um den Geist der spricht, haben wir als Petrus gefühlsduselig wurde und versuchte mit gutgemeinten Worten Jesus von seinem Weg an´s Kreuz abzuhalten.
Menschlich ist das nur allzu verständlich, aber Jesus erkannte sofort, dass sich Satan selber der Gefühle des Petrus bemächtigt hatte, um durch ihn zu sprechen und wies ihn dementsprechend zurück:

Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnest nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist. 
Mat 16:23 

Man stelle sich nur vor, Jesus hätte dieser Sichtweise Raum gegeben und angefangen zu erklären, warum und wieso und weshalb... die anderen hätten dann vermutlich eingestimmt in das Gejammer, um Jesus doch noch von diesem schrecklichen Leiden zu bewahren uswusw.

Also die Antwort ist Ja! 
Man darf sowas nicht nur sagen, man muss es sogar wenn es nötig ist, damit nicht auch noch andere einer menschlichen und gottlosen Gesinnung erliegen.

Es ist ein Dienst der Liebe!



***


Wer noch mehr "Anregungen" braucht, dem empfehle ich sehr, sich mal den Judasbrief auf der Zunge zergehen zu lassen. Dort wird über gewisse Leute in der Gemeinde geschrieben...